300 Jahre Pfarrkirche St. Mauritius in Nordkirchen: Am 22.09.2019 ist es soweit. Die Kirche lädt zur Jubiläumsfeier. Aber sie öffnet nicht nur die Pforten: Sie bietet Einblicke und Fachwissen, das so noch nicht bekannt ist. An sechs Stationen – begleitet von Messdienern, Pfarreiräten und weiteren Helfenden Händen – werden historische Kostbarkeiten und Fachwissen vorgestellt, das die Kirche beherbergt.
Der Rundgang durch die Kirche
In sechs Stationen die Kirche entdecken
Der historische Taufstein
Die Orgel – vorgestellt vom Kirchenmusiker Markus Reidegeld
Der Glockenturm mit der wertvollsten Glocke in Westfalen
Der historische Beichtstuhl und der Chorstuhl
Der Altar, die Bleiglasfenster, Statuen und Einblicke in die Sakristei
Eine Videoinstallation – Geschichtswissen in 5 Minuten – und Rundflug um die Kirche
Der Taufstein
Keiner weiß genau, woher der historische Taufstein stammt.
Historiker haben Proben genommen – und ihn zeitlich auf das 13. Jahrhundert geschätzt. Doch stand er schon damals in Nordkirchen?
Drei Kirchen standen in Nordkirchen
Die erste Kirche der Gemeinde ist aus dem 13. Jahrhundert und stand bis 1524 in unmittelbarer Nähe zur damaligen Burg Nordkirchen. Seit 1609 erinnert nur ein Steinkreuz im Schlosspark an das Gemäuer.
Historischer Hintergrund
Im Sommer 1524 beklagte der Abt von Werden, dass Gerhard von Morrien diese Kirche hat abbrechen lassen. Von Morrien bestritt den Abriss nicht, weil er die Burganlage ausbauen wollte. Doch während der Abt nur den Ausbau der Befestigungsanlagen genehmigt hatte, schuf von Morrien Fakten. Er räumte aber ein, eine Kirche am heutigen Standort bauen zu wollen. Und am alten Standort sollte eine kleine Kapelle gebaut werden. Erst im Nachgang bat von Morrien Papst Klemens den VII. um die Abrissgenehmigung – und den Aufbau am heutigen Standort. Die Genehmigung kam noch im gleichen Jahr. Auch eine Umbettung der Gebeine des alten Friedhofs auf den neuen Standort wurde eingefordert.
Die Umsetzung des zweiten Kirchbaus erfolgte am heutigen Standort. Erbauer war Werksmeister Henrik des Suer und dessen Sohn aus Coesfeld bis zum Jahr 1536. Doch diese Kirche sollte nicht sehr lange stehen. Vielleicht war sie zu klein oder auch schon baufällig.
Im Jahr 1715 war schließlich mit dem Bau der dritten und heutigen St.-Mauritius-Pfarrkirche begonnen worden. Bauherr war Ferdinand von Plettenberg; Architekt Gottfried Pictorius. Nach vier Jahren Bauzeit war die Kirche fertig und wurde 1719 auch eingeweiht.
Die St. Mauritius ist eine dreischiffige, vierjochige Stufenhallenkirche im Stil der Renaissance bzw. Nachgotik im Übergang zum Barock. Die Kirche bietet 300 Gläubigen Platz; früher hatte sie 600 Sitzplätze.
Der Turm ist durch Verlängerung der Seitenschiffwände von Seitenhallen umgeben. Die Kirchendecke besteht aus Kreuzgewölben mit Rippen und Schlusssteinen. Die Fenster sind flachbogig. Die Dächer sind gestufte, mit Ziegeln bedeckte Walmdächer. Der Turm wird von einer geschweiften Barockhaube mit Dachreiter und Laterne gekrönt.
An der damaligen Innenausstattung waren der Maler Larwell und der Bildhauer Johann Kocks federführend.
Noch heute ist das Wappen des Stifters am Portal und der Schlussstein des Chorgewölbes mit dem Allianzwappen der Familie von Plettenberg und der Gemahlin Bernhardine von Westerholt sichtbar. Wieviel die Kirche damals gekostet hat, weiß heute keiner mehr. Denn der Erbauer hat die Kosten der Kirche und die des Schlossbaus vermischt.
Am Montag, den 9. September luden die Mitarbeiter der Pfarrcaritas die fleißigen Sammlerinnen ein.
Sie zogen in den letzten Monaten durch viele Straßen, klingelten an den Türen und sammelten Geld für die bedürftige „Urbevölkerung“ in Nordkirchen, Südkirchen und Capelle.
Die Sammlerinnen waren sehr mutig, denn sie hatten neben schönen auch weniger erfreuliche Erlebnisse an den Haustüren. Selten blieb eine Tür verschlossen.
Ein Lob an die Bürgerschaft: sie erlebten überwiegend positive Begegnungen. So gab eine Mitbürgerin mit Migrationshintergrund drin gleich doppelt so viel wie ihre Nachbarn. Oder ein gruselig tätowierter Mann spendete sofort etwas. Oft warteten die Bürger schon auf die Sammlerin, die sie aus dem Vorjahr kannten. Sammeln ist es eine sinnvolle und zu tiefst befriedigende Aufgabe.
Mancher Spender erkundigte sich, wohin das gesammelte Geld geht. Darüber und über das Ergebnis der Sammlung gab Leo Kortmann, Leiter der Pfarrcaritas, detailliert Auskunft.
Fast 3500 Euro kamen in Nordkirchen zusammen. Sie wurden für Nothilfen, wie einem Wohnungsbrand oder für die Unterstützung von alleinerziehenden Müttern in Koordination mit dem SKF ausgegeben. Die Flüchtlingsarbeit finanziert sich aus einem anderen Topf.
Gern würde die Pfarrcaritas noch mehr helfen. Falscher Scham oder eine Informationsdefizit verhindern es, ob wohl man mit Schulen, Kitas und den Pfarrbüros kooperiert. Auch werden noch Sammler*innen benötigt. Haben Sie Lust, sich für andere einzusetzen? Dann melden Sie sich im Pfarrbüro oder im Store and More.
Auf dem Danke-Nachmittag ehrte Carla Ross die ehemaligen Sammlerinnen und bedankte sich bei allen. Die ehrenamtlichen Sammlerinnen waren bis zu 20 Jahre tätig.
Nach dem Kaffeetrinken reflektierte Pastoralreferent Marcus Porsche über das karitative Tun mit den Sammlerinnen. Sie schrieben ihre Schätze auf – das was ihnen wichtig ist. In der Bibel lesen wir: Sammelt euch nicht Schätze auf Erden, wo Diebe und Zerfall sie zerstören, sondern sammelt euch Schätze im Himmel. Wie kann das gehen – Schätze im Himmel sammeln? Alles, was aus dem Antrieb der Liebe geschieht, macht uns innerlich reicher. Dort ist ja der Himmel oder Heaven – wie der Engländer sagt. So begriffen die Sammlerinnen ihren Liebesdienst neu: ich habe nicht nur für andere etwas gesammelt, sondern auch meine Seele bereichert.
Nach einem abschließenden Segen ging man froh gestärkt an Leib und Seele in den Alltag. Einigen freuten sich schon auf die nächste Sammlung.
Vor einem Jahr standen die Pfarreiräte am Anfang ihrer Arbeit: Eine Neuorganisation der ehemaligen Kirchturmausschüsse begann. Heute nun vermelden die Standorte Zufriedenheit mit der bisher geleisteten Arbeit ihrer „Helfenden Hände“. In Capelle hat Pfarreirätin Ramona Hattebuer ein Halbjahresprogramm als Postwurf-Flyer vorbereitet.
Über die Aktivitäten aus Südkirchen berichteten die PFARRnachrichten in Ausgabe 03/2018. Aktuell stehen dort Vorbereitungen für die Osternacht und das Priesterjubiläum von
Pfarrer Kordt am 28.06.2019 im Anschluss an die Heilige Messe (15 Uhr) an.
In Capelle hat Ramona Hattebuer folgende Aktivitäten mit den „Helfenden Händen“ des Ortsteils geplant:
Am Gründonnerstag (18.04.2019) wird ab 18 Uhr ins Pfarrheim eingeladen. „Wir erinnern uns an das letzte Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern“, heißt es. Im Anschluss geht‘s zum Gottesdienst (20 Uhr).
Für den 12.05.2019 planen die Helfenden Hände eine Fahrt zur Jugendkirche Effata! nach Münster. „Jugendkirche?“ werden manche denken. „Keine Angst, es ist nur eine Bezeichnung für den Stil der Gottesdienste, so Ramona Hattebuer. Deshalb gibt es auch keine Altersbegrenzung! Alle sind herzlich willkommen. Start ist 17:45 Uhr am Bahnhof Capelle. Gegen 20:30 Uhr ist die Rückfahrt geplant.
Für Samstag, den 29.06.2019 planen die Helfenden Hände einen Open-Air-Gottesdienst unter dem Motto „Unter einem großen Himmel leben wir, gestalten wir und feiern wir“. Merken Sie sich den Termin schon mal für die Familie vor!
Sie wollen mithelfen? Sprechen Sie Ihre Pfarreiräte an!
Kirchenvorstand Heinz Perrar übernimmt die Öffentlichkeitsarbeit für den Kirchenvorstand. In der Pfarreiratssitzung vom 26.02. 2019 wurde vereinbart, künftig mit dem Öffentlichkeitsausschuss des Pfarreirats enger zusammenzuarbeiten. So werden in den quartalsweise erscheinenden PFARRnachrichten immer auch Informationen aus dem Kirchenvorstand einfließen. Weitere Schnittstellen sind der Festausschuss zum 300-jährigen Bestehen der Kirche St. Mauritius und ein geplanter Relaunch der Kirchen-Website www.stmauritius.de.
Freitag, 28. Juni 2019, 15 Uhr: Gemeindemitglieder aus allen Ortsteilen strömen in die große Kirche der St. Pankratius-Gemeinde. Sie ist fast bis auf den letzten Platz gefüllt. Kein Wunder: Ein ehrenwertes Fest mit Ausstrahlung in die ganze Region wird gefeiert. Pfarrer Alfred Kordt feiert sein 50-jährige Priesterjubiläum.
Eigentlich war dieser Freitag ein spiritueller Tag: Die Katholiken verehren am dritten Freitag nach Pfingsten das „Herz Jesu“. In seiner Predigt baute Pfarrer Gregor Wolters die Brücke von der Spiritualität zum Gemeindeleben: „Was will dieser Christus von mir?“ – diese Frage habe Pfarrer Kordt in seinem Amt „gelebt“ und sein Handeln immer wieder mit Herzblut und Engagement danach ausgerichtet.
Pfarrer Kordt ist vor zehn Jahren aus der Gemeinde Hoetmar im Kreis Warendorf nach Nordkirchen gekommen. Er verließ seine dortige Gemeinde zu seinem 40-jährigen Priesterjubiläum, um sich der alten Heimat – er hat sein Elternhaus in Selm – zuzuwenden.
Die Bedeutung dieses Jubiläums für die Kirchengemeinde zeigte das herausragende Programm: Das gesamte Seelsorgerteam war gekommen, Verände und Vereine wie kfd und KAB,
selbst Schützenvereine waren mit Fahnenabordnungen in die Kirche eingezogen. Chöre aus Nordkirchen, Südkirchen, aus den ehemaligen Wirkungsstätten von Pfarrer Kordt und auch der MGV Capelle waren dabei. Und wo es sonst schon mal Engpässe gibt, herrschte Überfluss: Denn neben Kirchenmusiker Markus Reidegeld kam auch Tobias Leschke, der ehemalige Kirchenmusiker nach Südkirchen und spielte mit Reidegeld vierhändig. Beim anschließenden Empfang musste Pfarrer Kordt dann viele Hände schütteln.
Doch was wäre ein Fest ohne straffe Organisation im Hintergrund. Deshalb gilt der Dank dem Pfarrbüro, den „Helfenden Händen“ und der kfd, die im Café des Pfarrheims und vor der Kirche für die Verpflegung gesorgt und bei der Bewirtschaftung des Festes kräftig zugepackt haben.