Unter diesem Motto finden wieder viele abendliche Gottesdienste in den Kirchen statt, wie auf dem Foto vom letzten Jahr zu sehen ist.

Nicht das gleißend helle Licht einer Kirchenbeleuchtung steht im Mittelpunkt, sondern der schwache Schein der Kerzen.
Das hat seine ganz eigene Art und hilft vielen Menschen Gottes Gegenwart besser zu spüren.

Vielleicht hat eine Kerze auch etwas mit mir zu tun. Guardini schreibt darüber: „Es ist der tiefste Sinn des Lebens, sich in Wahrheit und Liebe für Gott zu verzehren, wie die Kerze in Licht und Glut.“
Diese Hingabe setzt einen zündenden Impuls voraus, sowas wie ein …

Zündholz
Es kam der Tag – da sagte das Zündholz zur Kerze: „Ich habe den Auftrag, dich anzuzünden.“ „O nein“, erschrak die Kerze, „nur das nicht. Wenn ich brenne, sind meine Tage gezählt. Niemand mehr wird meine Schönheit bewundern.“
Das Zündholz fragte: „Aber willst du denn dein Leben lang kalt und hart bleiben, ohne zuvor gelebt zu haben?“ „Aber Brennen tut doch weh und zehrt an meinen Kräften“, flüsterte die Kerze unsicher und voller Angst.
„Es ist wahr“, entgegnete das Zündholz. „Aber das ist doch das Geheimnis der Berufung: Du und ich sind berufen, Licht zu sein. Was ich als Zündholz tun kann, ist wenig. Zünde ich dich aber nicht an, so vergesse ich den Sinn meines Lebens. Ich bin dafür da, Feuer zu entfachen.
Du bist eine Kerze. Du bist da, um zu leuchten und Wärme zu schenken. Alles, was du an Schmerz und Leid und Kraft hingibst, wird verwandelt in Licht. Du gehst nicht verloren, wenn du dich verzehrst. Andere werden dein Feuer weitertragen. Nur wenn du dich versagst, wirst du sterben…“
Da spitzte die Kerze ihren Docht und sprach voller Erwartung: „Ich bitte dich, zünde mich an.“
[Quelle: www.berufung.bistum-dresden-meissen.de]