„Wie schön, dass sie da sind. Ich freue mich so. Leider können sie es durch die Maske nicht sehen.“, so persönlich begrüßte Pfarrer Wolters die Gottesdienstbesucher in Südkirche an der Eingangstür. Wie so viele dieser Tage trug auch er einen Mundschutz.

Der Mundschutz irritierte die meisten Besucher schon. Das sollte er auch, denn die Vorsichtsmaßnahmen sind gewöhnungsbedürftig: feste Laufweg, Durchrücken in der Bank, Abstandhalten, wenig Gesang und Achtsamkeit.
Das macht was mit den Menschen. Viele sind aufmerksamer und rücksichtsvoller. Im Gottesdienst rückte so das Eigentlich in den Mittelpunkt: die Begegnung mit Gott.

Zelebrant war Pf. Kordt. Nach dem feierlichen Orgelspiel begann er: „Noch nie habe ich so viel Fernsehgottesdienste gesehen wie in den letzten Wochen. Aber so ist es doch besser.“
In seiner Predigt ging er auf das uralte Gottesbild vom guten Hirten ein. Nicht nur die warmherzigen Worte, die ganze Atmosphäre berührten die Menschen.

Erfüllt von der Einkehr im Gotteshaus – und so in sich selbst – ging man anschließend nach Hause. Weil im Sinne der Kontaktvermeidung ein anschließend Schnack auf dem Kirchplatz unerwünscht war, blieb das gewachsene Innere unberührt. Es klang nach und gab Kraft und Vertrauen für den herausfordernden Alltag.